Wir geben Raum aber keine Räumlichkeit. Dieser Raum, diese Plattform ist (erstmal) ortsungebunden. Es geht um die Gemeinschaft, die diesen Raum wieder für sich einfordert! Und damit fangen wir jetzt an. Uns als Gemeinschaft mit unseren Werten fehlt genau dieser Raum.

Wir suchen wieder das echte Gespräch, bei dem man sich in die Augen sieht – ein Lächeln, Verunsicherung, Ärger oder Fragezeichen erkennt. Das ist uns wichtig. Die Prost Genossenschaft bietet Raum für Austausch und Heimat für Heimatlose, Kneipengängerinnen und Kneipengänger, Netzwerksucherinnen und Netzwerksucher und möchte Fragenstellerinnen und Fragenstellern und Antwortgeberinnen und Antwortgeber zusammenbringen. Eben Menschen, die sich körperlich bei einem Kalt- oder Warmgetränk entspannt zurücklehnen wollen, dabei aber eine innere Haltung zeigen.

Auch die Förderung des genosschenschaftlichen Lebens gehört zu den Bestandteilen unserer Genossenschaft. So geht es nicht nur darum gemeinsam Kulturangebote zu schaffen, sondern auch darum innerhalb der Genossenschaft ein Netzwerk aufzubauen, was von den Genoss*innen genutzt werden kann.

Gelegenheit dazu gibt es entweder bei den gemeinsam organisierten Aktivitäten, der monatlichen InfoTheke, oder wie hier an einem Genossenschaftstag, wo wir gemeinsam lachen, feiern, reden, das Leben genießen. Das dabei entstehende Netzwerk soll und kann beruflicher oder privater Natur sein. Priorität bleibt dabei die Gemeinsamkeiten zu finden.

MANIFLOW

Bei unserer Recherche nach Umsetzung, Vorbildern und Ideen, sind wir auf die Trink-Genossen gestoßen. Diese laden ausdrücklich zum Nachahmen ein. Der Begriff Maniflow entstand aus der Inspiration deren Manifluid. Wir waren begeistert von der Begriffskombination, wollte sie aber nicht einfach nur kopieren. Auch unser Leitbild soll beweglich bleiben. Daher unser Maniflow:

_HALTUNG

Unsere Haltung setzt auf Werte wie Respekt, Menschlichkeit, Mut, Solidarität, Wertschätzung, Vielfalt, Achtsamkeit und Lebensfreude. Eine Haltung, die darauf aufbaut, dass man das sagt, was man meint und das meint, was man denkt. Sie stellt sich gegen Ausgrenzung, Hass, feindliche Auseinandersetzung und ewig Gestriges. Diese Haltung stellt sich gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Pauschalisierung. Wir sehen Menschen differenziert und nicht als „DIE“.

_ENTSCHEIDUNGEN

Die Prost Genossenschaft funktioniert basisdemokratisch, respektvoll und im Miteinander. Um Entscheidungen zu treffen und vor Allem zu entwickeln, muss Jeder und Jede am Prozess mitwirken. So wünschen wir uns das – auch im Bewusstsein, dass dabei etwas ganz anderes entstehen kann, als anfänglich gedacht. Dieser Konsens muss gegeben sein. Um Entscheidungen nicht zu zerreden, vielleicht gute Ideen nicht ausschließlich über Mehrheiten zu beschließen oder Minderheiten zu verwerfen, bekennen wir uns zu dem „Five to Fold“- Prinzip bei Abstimmungen und Gestaltungsprozessen. Ziel ist dabei die Teilhabe Aller zu ermöglichen. Kurzum – „enthalten“ geht nicht, denn Jede(r) hat eine Meinung.

„Dagegen“ geht nur, wenn man an einer (besseren) Alternative mitwirkt oder diese schon vorschlägt.

Wir machen Abläufe transparent und geben uns die Chance, uns auf Entscheidungen vorzubereiten. Das soll zum einen unseren „leisen“ Mitgliedern Raum geben, die nicht gleich eloquent und rhetorisch einwandfrei ihren Standpunkt vertreten. Somit sind wir nicht getrieben von Veränderungen – aber angewiesen auf verschiedene Sichtweisen. Diesen lassen wir Zeit sich zu entwickeln. Daher halten wir vor großen Entscheidungen Meinungsbilder, ja auch Stimmungen, Zweifel und Euphorie über kurze anonyme Umfragen fest, um Sie mit in die Abstimmungen zu nehmen und offen anzusprechen.

_VERANTWORTUNG

Eberswalde – Barnim – Heimat. Warum Heimat ? Weil, …sagen wir es mal mit den Worten des Dudens:

 „Land, Landesteil oder Ort, in dem man [geboren und] aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt (oft als gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einer bestimmten Gegend)“. (Quelle: https://www.duden.de/rechtschreibung/Heimat)

Ist das verständlich? Nein? Zugegeben, das hat auch nicht alle von uns zu 100 Prozent überzeugt. Aber wer hier kritisch denkt, ist genau richtig in der Genossenschaft und scheut nicht die Auseinandersetzung mit Begriffen.

Klar aber ist: Worte gehören niemandem – Gefühle jedem Menschen selbst!  Heimat lässt sich gestalten.

Unsere Heimat ist offen für alle, egal woher sie kommen und wohin sie gehen. Wir gestalten sie lebens- und liebenswert. Das ist unser Anspruch. Wir sind Teil davon und tragen daher Verantwortung. Mit diesem Verbundenheitsgefühl handeln wir verantwortungsbewusst gegenüber unseren Mitmenschen, unserer unmittelbaren Gesellschaft und darüber hinaus. Wir denken global und handeln regional. Ganz bewusst achten wir auf regionale Wertstoffkreisläufe. Aber wir achten auch genau darauf wie mögliche Partner*innen und Zulieferer*innen diese Verantwortung tragen. Wir möchten verändern und nicht blockieren. Wir möchten vorantreiben und nicht nur reden. Wir möchten die pluralistische Gesellschaft fördern und fordern.

 _TEILHABE

Und nun noch zum Kern – wen möchten wir erreichen.

Eine Vision zu haben – so fängt man an. Wir sind uns durchaus bewusst, dass jeder in seiner „Blase“ lebt und diese zu verlassen eine Herausforderung darstellt. Auch die Idee der Genossenschaft entstammt einer Blase. Wir wollen trotzdem nicht müde werden zu formulieren, dass erst der Austausch mit einer möglichst breiten Gesellschaft das ist, was wir uns wünschen. Wir werden also immer genau hinterfragen und uns bewusst machen, dass uns vielleicht jemand zu einem breiten Austausch fehlt. Wir reden im Besten Fall nicht über sondern mit Menschen.

Es besteht die Gefahr, dass wir an diesem Teil unserer Idee scheitern, da sicher auch nicht Jeder und Jede mit uns reden will. Aber scheitern ist erlaubt und regt zum Nachdenken und Bessermachen an. Fest steht: Wir machen das Angebot und sehen, wer es annimmt.

SATZUNG

Ein Auszug aus der Satzung, mit den Punkten, die aus unserer Sicht besonders wichtig sind:

Präambel

Die Prost Genossenschaft hat sich dem Beleben, Wiederbeleben, Erhalten, Ausbau und der Förderung des sozialen und kulturellen Lebens in Eberswalde verschrieben. Diesem Ziel widmet die Genossenschaft ihr Handeln und Selbstverständnis. Die wirtschaftlichen Erfolge einzelner Mitglieder bilden dabei nicht den Fokus und werden nicht über ein übliches und vertretbares Maß hinaus gefördert. Jedoch fördert die Genossenschaft explizit seine Mitglieder im sozialen, demokratischen und humanistischen Miteinander:
Wir agieren sozial verantwortlich.
 Wir respektieren alle Geschlechter und verachten Sexismus.
 Wir fördern den respektvollen Umgang miteinander.
 Wir reden miteinander.
Die Satzung liegt dem Maniflow mit all seinen Werten, sozialen und humanistischen Ansprüchen zugrunde.

§2 Zweck und Gegenstand

  1. Die Prost Genossenschaft bezweckt die wirtschaftliche Förderung oder des Erwerbs der Mitglieder oder die Förderung der sozialen oder kulturellen Belange der Mitglieder mittels gemeinschaftlichen Geschäftsbetriebes.
  2. Gegenstand des Unternehmens ist die Einrichtung und der Betrieb eines kulturellen und gastronomischen Angebots in Eberswalde nach den wirtschaftlichen und kreativen Vorstellungen und Maßgaben der Mitglieder und zu ihrer Nutzung. Neben dem Gastronomiebetrieb im engeren Sinne dient die Wirtschaft als Raum für Begegnungen und Veranstaltungen für seine Mitglieder und Besuchende.

§3 Mitgliedschaft

  1. Zum Erwerb der Mitgliedschaft bedarf es einer unbedingten schriftlichen Beitrittserklärung über die der Vorstand entscheidet.
  2. Es gibt zwei Arten von Mitgliedern: Aktive Mitglieder und investierende Mitglieder. Aktive Mitglieder können lediglich natürliche Personen werden:
  3. Voraussetzung für eine aktive Mitgliedschaft ist: die Nutzung der Leistungen der Genossenschaft, die aktive Mitarbeit in der Genossenschaft durch Mitarbeit in deren festen Arbeitsgemeinschaften sowie die Identifikation mit den Werten und Normen der Genossenschaft (siehe Präambel), die Unterzeichnung der jeweils aktuellen Version des durch die Generalversammlung verabschiedeten Maniflow.
  4. Investierende Mitglieder können nach gesonderter Prüfung durch den Vorstand und Zustimmung des Aufsichtsrates werden: Natürliche Personen, Personengesellschaften, juristische Personen. Voraussetzung für eine investierende Mitgliedschaft ist die Identifikation mit den Werten und Normen der Genossenschaft (siehe Präambel), sowie die Unterzeichnung der jeweils aktuellen Version des durch die Generalversammlung verabschiedeten Maniflow. Investierende Mitglieder unterstützen den Zweck und Gegenstand der Genossenschaft durch materielle oder finanzielle Zuwendungen, die keinen Anspruch auf Mitgliedschaft oder Mitbestimmung mit sich bringen.

§5 Geschäftsanteil, Nachschusspflicht, Eintrittsgeld

  1. Ein Geschäftsanteil beträgt 100 Euro.
  2. Die übernommenen Geschäftsanteile sind unmittelbar nach der Aufnahme in die Genossenschaft in voller Höhe einzuzahlen.
  3. Mitglieder können bis zu 20 Geschäftsanteile übernehmen. Geschäftsanteile können auch noch nach Beitreten in die Genossenschaft erworben werden.
  4. Jedes Mitglied hat unabhängig von der Anzahl erworbener Geschäftsanteile eine Stimme in Entscheidungsprozessen.
  5. Beim Einritt in die Genossenschaft wird ein Eintrittsgeld (zur Deckung der Anmeldekosten) in Höhe von 60 Euro einmalig erhoben. Dieses Eintrittsgeld ist rückzahlungsfrei.
  6. Mitglieder sind nicht zur Leistung von Nachschüssen verpflichtet.

§19 Gewinnverteilung, Verlustdeckung Rückvergütung und Rücklagen

  1. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.
  2. Eine Gewinnverteilung unter Mitgliedern wird in den ersten fünf Geschäftsjahren ausgeschlossen. Gewinne dienen der Rücklagenbildung oder dienen dem Zweck der Genossenschaft nach §2 Absatz 1, 2.

Die derzeitig gültige Satzung steht hier zum Download bereit.

GESICHTER

VORSTAND

Unser Vorstand wurde am 06. Februar 2021 gewählt:

Tina Haas (vorne) unter tina.koehler(ät)prost-genossen.de

Andreas Gläßer (links) erreichbar andreas.glaesser(ät)prost-genossen.de

Stefan Escher (rechts) erreichbar unter stefan.escher(ät)prost-genossen.de

AUFSICHTSRAT

Unser Aufsichtsrat wurde am 06. März 2021 gewählt:

Nicole Banaskiewicz

Hanns Bochmann

Lilian Engelmann

Anne Groß

Björn Wiese

GRÜNDERINNEN UND GRÜNDER

Andreas Gläßer, Coach für Gesundheitsmanagement und Yogalehrer, www.tanzsalonzippel.de

Björn Wiese, Inhaber der Privatbäckerei Wiese, www.wiese-brot.de

Christian Haas, Junior-Chef Bestattungshaus Deufrains GmbH, www.deufrains.de 

Gabriele Haas, Geschäftsführerin Bestattungshaus Deufrains GmbH, www.deufrains.de 

Kerstin Stoessel, kaufmännischer Büroservice (selbstständig)

Sebastian Walter, Landtagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender DIE LINKE im Landtag Brandenburg, www.dielinke-brandenburg.de

Stefan Escher, Inhaber einer Agentur für Gestaltung und Kommunikation, www.agentur-one.de

Steffi Schneemilch, Dozentin und Mitarbeiterin an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung, www.hnee.de

Tina Koehler, Pädagogische Fachkraft, HVD Nordbrandenburg KdöR

 

Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter auf dem Weg zur Gründung am 06. Februar 2021:

Andrea Pelzer-Mauter, Rechtsanwältin in der Kanzlei Qual-Rux & Pelzer, www.die-rechtsanwaeltinnen.de

Michael Ahlers, bunter Hund, Netzwerker, Freigeist, www.buergerstiftung-barnim-uckermark.de

PRESSE

Artikel in der Märkischen Oderzeitung vom 11. Februar 2021

Interview mit dem RBB vom 12. März 2021 auf rbb24 zu hören

Artikel in der Märkischen Oderzeitung vom 30. März 2021